untentwegt

Herkules, 2014, 155 x 110 cm, Íl auf Leinwand

 

Christian Bussenius - Untentwegt

Malerei / Painting


Opening: Do / Thur 11. 09. 2014, 18 Uhr / 6pm

Exhibition 12. 09. - 24. 10. 2014


Christian Bussenius - Unentwegt

Christian Bussenius Malerei ist auf subtile Weise originär. Den Zeitbezug erzeugt er nicht anhand trashiger Klischees, sondern baut seine Auseinandersetzung - etwa mit Comics oder Street Art - derart organisch in seine Bilder ein, dass sie kaum als Zitate wahrgenommen werden. Gleichzeitig ist er ein großer Bewunderer der deutschen Romantik und Künstlern wie Caspar David Friedrich. Von der Landschaft ausgehend, widmete er sich erst später der Figur und zeigt in seiner Ausstellung „Unentwegt“ beide Gattungen nebeneinander; zuweilen gehen sie eine Symbiose ein, dann wiederum ist sein Bemühen regelrecht erkennbar, die Figur vom Hintergrund zu lösen. Vor einigen Jahren waren Vorder- und Hintergrund fast aquarellartig ineinander verschmolzen, als seien sie eine Einheit. Und in gewisser Weise sind sie es für ihn, denn weder erhöht er die Figur, noch assistiert ihr das Umfeld, sondern die Umgebung erhält dieselbe Aufmerksamkeit, die er den Menschen widmet. 
Bussenius Menschen (in den Bildern) sind meist männlich, manchmal sind sie als Superhelden gekennzeichnet, für ihn sind sie immer Helden, auch wenn sie mitunter zu jung oder zu unmuskulös wirken. Sie versuchen als Helden zu posieren oder schlüpfen in der diametralen Umkehrung in traditionell weibliche Rollen, wiederum andere Männertypen verkörpern den Helden per se, der aber gegen die Wand läuft und in so einer Situation nützt auch kein Motorradhelm, der unter den Arm geklemmt wurde. In einigen Bildern ist Christian Bussenius selbst der Held. Er hinterfragt Männlichkeit in einer Welt effeminierter Erwartungen, die Männer mehr oder weniger erfüllen, oder mehr oder weniger gut wegstecken können. Sie setzen sich mit der weiblichen Psyche auseinander oder stehen ganz für sich allein in ihrem Handeln. Dies alles wird vor der Folie einer ausgesprochen sensiblen Malweise formuliert und reflektiert, was seinem Sujet, jenseits von chauvinistischer Selbstfeier, einen besonderen Tiefgang verleiht. Die Medien sprechen Männern wie Frauen Eigenschaften, Bedürfnisse, Begierden zu, aber wer sie erfüllt und nicht auf der Basis der Wahrhaftigkeit hinterfragt, bleibt hinter seiner persönlichen Entwicklung zurück. 
Lu Potemka




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